Diskussionsveranstaltung in Frankfurt
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um 19.30 Uhr, DFG-VK-Büro, Mühlgasse 13, Frankfurt-Bockenheim (U Leipziger Str.) |
mit:
Helmolt Rademacher
Veranstalterin: DFG-VK Frankfurt
Von einer Armee, die politisch durch Abschreckung einen Krieg verhindern sollte (so der zentrale offizielle Auftrag in der Vergangenheit) wird die Bundeswehr umgerüstet zu einer „Armee im Einsatz“ („Verteidigungspolitische Richtlinien“ der Bundesregierung vom Mai 2003). An die 10.000 deutsche Soldaten sind bereits im Einsatz jenseits der Landesgrenzen – von Uganda und dem Horn von Afrika bis zum Hindukusch. Die deutsche Sicherheit beginnt am Hindukusch, erklärte Kriegsminister Struck vor kurzem.
Aber: Konflikte lassen sich nicht militärisch lösen. Die Vorstellung,
dass nach dem Ende des „Kalten Krieges“ ein „ewiger Frieden“ einkehren
werde, der weltweit auch eine satte Friedensdividende für die Wohlfahrt
der Bevölkerungen abwerfen werde, hat sich als Illusion erwiesen.
Noch immer werden jährlich weltweit ca. 30 „kriegerische Auseinandersetzungen“
gleichzeitig geführt. Gewaltsame Auseinandersetzungen innerhalb von
Staaten nehmen ebenso zu wie „terroristische Aktivitäten“. Häufig
nehmen sie die Erscheinungsformen von ethnischen Kriegen und die Intensität
von „ethnischen Säuberungen“ an.
Die „militärischen Lösungen“ blieben ohne die versprochenen
Erfolge. Die Ereignisse vom Kosovo bis Afghanistan, von Somalia bis Liberia,
vom Gaza-Streifen und der besetzten West-Bank bis zu dem Nach-Krieg im
Irak belegen dies mit unschöner Deutlichkeit.
Der weltweite und zeitlich unbefristete „Krieg gegen den Terror“ oder der Aufbau militärischer Einsatztruppen durch NATO und EU führen nur zu einer weiteren Militarisierung der internationalen und der innerstaatlichen Beziehungen. Der Frieden ist der Ernstfall. Verlangt werden Instrumente zur Früherkennung und Verhinderung von Konflikten, die gewaltförmigen Charakter anzunehmen drohen. Gerade in einer Situation, in der völkermordartige (asymmetrische) Kriege zwischen gesellschaftlichen Großgruppen weltweit zunehmen und dies nicht nur den USA, sondern auch den europäischen Staaten und der EU zur Rechtfertigung weiterer und forcierter militärischer Um- und Aufrüstungen dient, ist es notwendig, sich intensiver mit den Möglichkeiten und Erfahrungen ziviler Konfliktbearbeitung zu beschäftigen. Die DFG-VK-Gruppe in Frankfurt hat sich dies zum Ziel genommen.
Zu einem einführenden Vortrag und zur Diskussion laden wir ein:
„Zivile Konfliktbearbeitung in zwischen-ethnischen Konflikten am Beispiel
der (ungarischen) Minderheiten im Rumänien der „Nach-Wende-Zeit““
am Montag, den 14.7.2003, 19.30 h, in den Räumen der DFG-VK, Mühlgasse
13, 60486 Frankfurt/M
Der Referent, Helmolt Rademacher, berichtet über seine Erfahrungen
bei Seminaren mit Angehörigen der verschiedenen Minderheiten und der
rumänischen Mehrheitsbevölkerung in den Jahren des gesellschaftlichen
Umbruches nach 1989 in Rumänien.