Sieger
Lesung mit Leif Allendorf
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KFZ, Schulstraße 6, Marburg Eintritt: 3 Euro |
1174 vor Christus, zehn Jahre nach dem trojanischen Krieg. Brad Pitt
ist zum Glück weit und breit nicht zu sehen, in der Stadt begegnen
sich Lykos und Laodike. Er ist Grieche, sie Trojanerin, und sie
erzählen sich ihre Geschichten, die natürlich Geschichten vom
Krieg sind. Sie haben keine größeren Interessen zu
verfechten, können sich also die Mühe machen, so ehrlich wie
möglich zu sein; aber das ist gar nicht so einfach ...
Viele Fragen: Was haben die Besiegten verloren, die Sieger gewonnen?
Wie war das mit dem Mauerfall – in Troja? Und wie kommt die Bundeswehr
an den kleinasiatischen Strand?
Pressestimmen:
„Allendorf setzt in mancher Hinsicht Christa Wolfs ‚Kassandra’ fort, deren hoher Ton und Utopien teils direkt zitiert werden. Wo Wolf im Troja-Mythos ihre Gegenwart im Lichte des atomaren Wettrüstens und einer allgemeinen Entgleisung politischer Machtausübung gespiegelt hatte, findet Allendorf frappierend konkret die jüngere deutsche Geschichte in der Mittelmeerküste: Troja verbannt Systemkritiker und schickt sie zu den Griechen, eine Fluchtwelle wird von den Bogenschützen auf der Stadtmauer gestoppt, ein mißverständlich formulierter Befehl führt zur Übergabe der Stadt an die Besetzer. Leif Allendorf hat in seiner ersten Erzählung viel gewagt. Daß der kleine Avinus-Verlag mit ihm seine Autoren-Reihe eröffnet, ist ein Glücksfall.“ (Berliner Zeitung)
„Es ist nicht einfach, auf der Folie des Jahres 1174 vor unserer Zeit auch ein Bild unserer Zeit entstehen zu lassen, ohne allzu plump zu wirken. Allendorf hat es geschafft, weil er seinen historischen Raum mit stimmigen Details ausstattet und seine Figuren in diesem Raum wie moderne Menschen agieren läßt – aus welcher Perspektive man es auch ansieht, das Bild stimmt.“ (ZivilCourage)
Veranstalterin: DFG-VK Marburg
siehe auch: Die Bundeswehr vor Troja (März 2004)