Rußland – Tschetschenien
Etappen eines Konflikts

 



 

  Dienstag, 22. März 2005,
  19.00 Uhr
  DGB, Bahnhofstraße 6,   
  Marburg

 

Nicht allein die westlichen Staaten führen – in unterschiedlichen
Koalitionen – einen „Krieg gegen den Terrorismus“; auch die russische
Regierung stellt ihr Vorgehen in Tschetschenien in diesen Zusammenhang und
weist damit jede Kritik zurück. Die Taktik scheint aufzugehen, in der
europäischen Öffentlichkeit spielt dieser Krieg so gut wie keine Rolle.
Nachdem im letzten Jahrzehnt gerade die NATO-Staaten den Krieg wieder als
Mittel der Politik rehabilitiert haben, was sollten sie auch ernsthaft
einwenden können, wenn Rußland dieses Recht auch für sich beansprucht?
Der fast vergessene Krieg in Tschetschenien hat vor allem einen Erfolg
gehabt: das Land in Trümmer zu legen und die Bevölkerung in ein Elend zu
treiben, aus dem viele zu entkommen suchen, indem sie die Banden
unterstützen, die ihrerseits spektakuläre und grausame Anschläge verüben.
Der Krieg dauert an, auch wenn er nur dann in die Schlagzeilen gerät, wenn
ein besonders abscheulicher Exzeß stattgefunden hat – wie zuletzt die
Geiselnahme in der Schule von Beslan; oder ein angeblicher Erfolg wie jüngst
die Tötung des tschetschenischen Präsidenten Maschadov. Die Lage scheint
ausweglos.
Wir haben den Historiker Gert Meyer eingeladen, um über die Entwicklung
dieses Konfliktes zu informieren: vom Beginn der Konfrontation in den
Kaukasuskriegen des 19. Jahrhunderts bis heute. Eine Rolle spielen sollen
auch die Möglichkeiten der Opposition gegen den Krieg: wie kann sie sich
äußern, welche Chancen hat sie?

Marburger Friedensinitiative "Nein zum Krieg"