Am 17. April wollen Nazi-Gruppen aus der gesamten Bundesrepublik zum dritten Mal innerhalb eines Jahres in Gladenbach und Marburg aufmarschieren.
Im Januar und Februar konnten sie in Gladenbach nicht wie geplant demonstrieren. Antifaschistische Gruppen hatten beim ersten Aufmarsch die Straße vor der ehemaligen Synagoge besetzt. Am 21. Februar fiel die Demonstration ganz aus. Etwa 500 Personen hatten an Gegenaktivitäten teilgenommen, zu der ein breites Spektrum, das vom CDU-Bürgermeister, über Gewerkschaften und Kirchen bis hin zu Antifa-Gruppen aus ganz Hessen reichte, aufgerufen hatte.
In Marburg gelang es etwa 50 Nazis jedoch anschließend am Südbahnhof bzw. am unteren Richtsberg eine Kundgebung mit Demonstration durchzuführen, während die GegendemonstrantInnen „eingekesselt“ wurden.
Zu der Demonstrationen am 17. April unter der Losung „Gegen linken Terror und Polizeiwillkür“ ruft erneut das „Aktionsbündnis Mittelhessen“ (ABM) auf. Dahinter verbirgt sich eine Ansammlung von neofaschistischen „Kameradschaften“ aus der Region, die bereits mehrfach in Erscheinung getreten sind. Ziel des ABM ist laut Selbstdarstellung eine Verknüpfung der „Freien Nationalen Kräfte“ Mittelhessens. Diese Verknüpfung soll mit zahlreichen Aktivitäten zu einer Festigung der neofaschistischen Szene in Hessen, „vor allem aber in Marburg und Giessen“ führen.
Wes Geistes Kind sie sind, macht der Anlass der ersten Demonstration deutlich, wo sie gegen die Haftstrafen für Mitglieder der Nazi-Musikband „Landser“ protestierten. "Schlagt die Kommunisten tot", "Kanacke verrecke" oder "das Asylheim brennt“ heißt es in deren Stücken.
Von ähnlichem Kaliber wie das ABM sind auch die
über 50
weiteren „Kameradschaften“ aus der gesamten Bundesrepublik, die die
neuen Demonstrationen
unterstützen. Ihnen sind die NPD und ihre Jugendorganisation JN, die
die
Aufmärsche ebenfalls unterstützen, vielfach bereits zu lasch.
- Wir müssen aktiv
werden, damit sich Nazistrukturen in Mittelhessen nicht verfestigen,
und damit
Menschen nicht wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer politischen Ansichten
um ihr
Leben bangen müssen.
- Wir rufen die Marburger BürgerInnen und Bürger auf, gegen dieses Treiben aufzustehen und an einer großen Demonstration und vielfältigen Aktionen teilzunehmen.
- Wir fordern von den
Ordnungsbehörden, alle rechtlichen Mittel gegen die Rechtsextremisten
einzusetzen.
- Wir begrüßen, dass
der Magistrat der Stadt Marburg diesmal öffentlich gegen das
Nazitreiben
Stellung bezieht. Wir fordern ihn auf, die Proteste zu unterstützen.
UnterstützerInnen: DGB-Region Mittelhessen, DGB-AK
Senioren,
DGB Kreisverband Marburg-Biedenkopf, GEW-Kreisverband MR, ver.di Bezirk
Mittelhessen, AK-Erwerbslose im DGB, PDS Marburg-Biedenkopf,
PDS/Marburger
Linke, AK Marburger WissenschaftlerInnen f. Friedens- u.
Abrüstungsforschung,
ART (Antirassistische Telefon Marburg), Marburger SPD, Bündnis 90 / Die
Grünen
Marburg, SchülerInnenvertretung der Käthe-Kollwitz-Schule,
SchülerInnenvertretung der Adolf-Reichwein-Schule, VVN-BdA u.a.