Für eine
zivile Verfassung Europas
Friedensbewegung gegen d i e s e n Verfassungsentwurf
(Email der DFG-VK Frankfurt vom
13.3.2004)
Konferenz
am 27. März 2004 in
Frankfurt
Im Juli 2003 legte
der Europäische Konvent den Entwurf
eines Vertrages über eine „Verfassung für Europa“ vor. Eine öffentliche
Diskussion über die Inhalte dieses Verfassungsentwurfes fand mit
Ausnahme des
anhaltenden Streites über die Stimmenverhältnisse in den Gremien der EU
nicht
statt.
Für die meisten
Bürger EU-Europas wird nach den
Vorstellungen der Regierungen der EU-Mitgliedstaaten die nächste
Europawahl im
Juni 2004 die einzige Gelegenheit sein, sich zu dem
Verfassungsentwurf
politisch zu verhalten. Nach den
Vorstellungen der Regierungen werden die Europäischen Regierungschefs
spätestens in der zweiten Häfte dieses Jahres ihren Völkern eine
(diese)
Verfassung geben.
Mit dieser
Konferenz unternehmen die beteiligten
Organisationen der Friedensbewegung den Versuch, die friedenspolitisch
problematischen Inhalte dieses Verfassungsentwurfes bekannt zu machen
und
öffentlich zur Diskussion zu stellen:
Die
Mitgliedsstaaten der EU
Deshalb
sieht die Friedensbewegung in diesem Entwurf im Wesentlichen eine
verfassungsrechtliche Festschreibung einer bereits seit Jahren
betriebenen Militarisierung der Europäischen Gemeinschaft. Mit diesen
Strukturen bei der Entscheidungsfindung im Bereich der Außen-,
Sicherheits- und Militärpolitik würde sich die Europäischen Union von
den Grundsätzen einer parlamentarischen Demokratie und
rechtsstaatlicher Kontrolle verabschieden. Auch wenn der Bundestag
formal noch selbst über den Einsatz der Bundeswehr entscheiden würde,
so wäre die Entscheidung in der Regel durch die Entscheidung des
Ministerrats vorgeprägt und damit sachlich ausgehöhlt.
Diesem
Verfassungsentwurf erteilt die Friedensbewegung eine entschiedene
Absage.
Andererseits
begründet der Verfassungsentwurf eine
Verpflichtung der Union auf die Förderung des Friedens (Art. I-3
Abs. 1). Die Union kann im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und
Sicherheitspolitik
auch auf zivile Mittel zurückgreifen, und zwar „zur Friedenssicherung,
Konfliktbearbeitung und Stärkung der internationalen Sicherheit gemäß
den
Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen“.
Die
Friedensbewegung fordert anstelle einer
Militarisierung der europäischen Politik ein konsequentes Bekenntnis
der Union
zur zivilen Konfliktbearbeitung und die Bereitstellung der Mittel
hierfür.
Im 2. Teil unserer
Konferenz werden wir deshalb über
Ziele, Mittel und Methoden einer zivilen Konfliktbearbeitung sprechen,
die in
der Friedenswissenschaft und in der Praxis längst entwickelt und
erprobt worden
sind und die sich dem Primat einer militärisch gedachten
Sicherheitspolitik zu
entziehen suchen. Wir wollen eine Verständigung darüber erreichen,
welche
Minimalbedingungen aus friedenspolitischer Sicht an eine zivile
Verfassung für
Europa zu stellen wären. Hierbei werden die bereits entwickelten
Kriterien des
Völkerrechts, denen der Verfassungsentwurf
widerspricht, ein wesentlicher
Beurteilungsmaßstab sein.
Ausrichtende
Organisationen:
Attac
Deutschland und Region Frankfurt; Attac EU-AG;
Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen,
Bundesverband
und Gruppe Frankfurt (DFG-VK); International Association of Lawyers
Against
Nuclear Arms (IALANA); Kooperation für den Frieden; Bundesausschuss
Friedensratschlag; Gesprächskreis Frieden und Demokratie Neu-Isenburg;
Informationsstelle Militarisierung (IMI); Initiative für den Frieden
(IFIAS); International
Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW); Pax Christi;
Ökumenische Aktion Ohne Rüstung Leben; Bund für Soziale
Verteidigung (BSV); DGB-Ortskartell Neu-Isenburg; Evangelische
Studierendengemeinde Frankfurt; Pädagoginnen und Pädagogen für
den Frieden (PPF)
Ort:
Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Lessingstr. 2-4
U-Bahn
U6 / U7 – Station Westend,
von der Bockenheimer Landstraße in die Brentanostraße, an der nächsten
Kreuzung
geradeaus weiter in die Lessingstraße, an der nächsten Ecke rechts
befindet
sich das D.-B.-Haus
Kontakte
und weitere Informationen bei:
DFG-VK
- Gruppe Frankfurt/M -
Mühlgasse
13, 60486 Frankfurt/M
Tel.:
069/4 98 03 94
e-mail:
dfgvkffm@t-online.de
10.00 Uhr:
Grußworte
Forum
I:
Der
Verfassungsentwurf: Militarisierung der EU, Demokratiedefizite
10.05 Uhr:
Der Verfassungsentwurf aus friedenspolitischer Sicht
Peter Becker / IALANA
10.25 Uhr:
Die Militarisierung der EU
Tobias Pflüger /IMI/DFG-VK
10.45 Uhr:
Die Dominanz des Militärischen über das Zivile
in der „Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“
Heiner Busch / Komitee für
Grundrechte und Demokratie
11:05 Uhr: Die Stellung der Kriegsdienstverweigerer nach der Europä-ischen Verfassung
Ernst Potthoff,
Zentralstelle für KDV / Rudi Friedrich, Connection e. V. /
Gernot
Lennert, DFG-VK Hessen
11.35 Uhr:
Kaffeepause
Forum
II:
Alternativen
zur Militarisierung
Philipp Boos /
IALANA
12:15 Uhr:
Zivile Konfliktbearbeitung durch NGOs
Anne Jung, Medico International
13.00 Uhr:
Mittagspause
Forum
III:
Was ist zu tun?
14:00 Uhr:
Diskussion
15:00 Uhr:
Stellungnahmen ausländischer NGO-Vertreter zur
Europäischen Verfassung
15:30 Uhr:
Kaffeepause
15.45 Uhr:
Beratung und Verabschiedung einer Resolution
mit friedenspolitischen Forderungen an die EU-Mitgliedstaaten
16:30 Uhr:
Aktiv für eine „Friedliche Verfassung.“ Was ist
zu tun?
Reiner Braun / NatWiss
17.00 Uhr:
Ende der Konferenz