Hartz IV muss weg!



Bereits heute müssen 2,8 Millionen Menschen, darunter über eine Million Kinder, von Sozialhilfe leben. Durch die Hartz-IV-Gesetze, wird sich diese Zahl im Januar 2005 mehr als verdoppeln. 2,4 Millionen BezieherInnen von Arbeitslosenhilfe und ihre Angehörigen werden durch die Einführung des Arbeitslosengeldes II auf das Niveau der Sozialhilfe gesetzt.

Angeblich dienen die Hartz-IV-Gesetze, die gemeinsam von der rot-grünen Bundesregierung und dem CDU-dominierten Bundesrat verabschiedet wurden, dem Abbau der Arbeitslosigkeit. Dem widerspricht aber selbst die unternehmerfreundliche Presse: “Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Hartz-IV-Reform die Zahl der Arbeitslosen senken wird,” hieß es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die eigentlichen Gründe für ihre Verabschiedung sieht die Financial Times woanders. Einerseits würden die Staatsfinanzen “entlastet, weil die bisherigen Empfänger von Arbeitslosenhilfe künftig nur noch Sozialhilfe erhalten.” Andererseits würde es zu Lohnsenkungen kommen, “weil künftig jede Arbeit für jeden zumutbar ist. Wenn Arbeitslose schlecht bezahlte Arbeit nicht mehr ablehnen können, weil ihnen sonst sogar die Sozialhilfe gestrichen wird, entfällt jede Veranlassung für die Unternehmen, einigermaßen auskömmliche Löhne anzubieten. Der Lohndruck macht dabei nicht bei einfachen Beschäftigungsverhältnissen Halt. Er setzt sich überall durch.”

Das Inkrafttreten von Hartz IV und die gleichzeitige Senkung des Spitzensteuersatzes von 45 % auf 42 % sind zwei Seiten einer Medaille. Die Verbilligung der Arbeitskraft und die Umverteilung zugunsten der Unternehmen und Wohlhabenden sind die roten Fäden, die sich durch alle “Reformen” der Agenda 2010 ziehen.

Die Verlängerung der Arbeitszeiten, die Aushebelung des Tarifrechts, das Aufweichen des Kündigungsschutzes sind Maßnahmen, die in die gleiche Richtung zielen.

Auch die Öffentliche Hand ist bemüht, die Zahl ihrer Beschäftigten zu senken, öffentliche Betriebe auszugliedern und zu privatisieren und Tarifflucht zu begehen. Durch die absichtliche Austrocknung der Staatsfinanzen sind die nächsten Kürzungsorgien der Landesregierung und der Kommunen vorprogrammiert. Eine weitere Ausdünnung der sozialen Infrastruktur wäre die Folge.


Diese Politik muss beendet werden. Wir fordern:

-    Rücknahme der Leistungskürzungen durch Hartz IV!
Keine Verschlechterung der Zumutbarkeitskriterien! Keine Zwangsarbeit!

-    Einführung einer armutsfesten sozialen Grundsicherung für alle Bedürftigen!

-    Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes, um Lohnsenkungen zu stoppen!

-    Keine Aushöhlung der Tarifautonomie!

-    Schaffung neuer Arbeitsplätze durch Verringerung der Arbeitszeit!

-    Wiedereinführung einer Vermögensteuer!

-    Keine neuen Sozialkürzungen durch die Koch-Regierung oder die Stadt Marburg!

-    Wiederherstellung der Leistungen des Marburger Stadtpasses!

Marburger Demo gegen Sozialabbau

Montag, 18. Oktober, 18.00 Uhr

Auftakt: Sozialamt (Wilhelmsplatz)

Erstaufrufer: Attac Marburg, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, PDS Marburg-Bidenkopf, Wahlalternative, AK Marburger WissenschaftlerInnen für Friedens- und Abrüstungsforschung