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Seit 1926 bittet die War Resisters' International - die Internationale der KriegsgegnerInnen - FriedensaktivistInnen darum, Grußkarten an Gefangene zu schicken. Seit 1956 wird der 1. Dezember als Tag der Gefangenen für den Frieden begangen.
Die diesjährige Ehrenliste - in der Gefangene für den Frieden aufgeführt sind, die sich weigern, der Kriegsmaschinerie zu dienen oder die direkte gewaltfreie Aktionen gegen Kriegsvorbereitungen durchgeführt haben - ähnelt der des Vorjahres und der des Jahres davor.
Verweigerer aus religiösen und Gewissensgründen aus Armenien und Turkmenistan, Totalverweigerer aus Finnland und Spanien und gewaltfreie Abrüstungsbefürworter sind immer noch eine Herausforderung für ihre Gerichte, Regierungen und Armeen. Ein Unterschied immerhin: Die Bundesrepublik Jugoslawien fehlt in diesem Jahr auf der Liste.
In vielen Fällen wurden die gleichen Aktivisten wiederholt verhaftet und inhaftiert für ihren tiefen Glauben und Widerstandsgeist. In anderen Fällen setzen neue Leute den Kampf fort, den die Inhaftierten in der Vergangenheit führten. Wie können die Monate der Haft und die Jahre des sozialen Kampfes durchgehalten werden?
Unterstützungsnetzwerke spielen hier eine große
Rolle. Denn im Gefängnis ist der Gefangene isoliert; er ist in der
Regel alleine der staatlichen Maschinierie ausgesetzt. Zeichen der Solidarität
von außen durchbrechen diese Konstellation zumindest ein wenig. Daher
möchten wir auch Dich/Sie bitten, zumindest an einige der im folgenden
aufgeführten "Gefangenen für den Frieden" Gruß- und Solidaritätspostkarten
in den nächsten Tagen und Wochen ins Gefängnis zu schreiben.
ARMENIEN
Adresse für alle: g
Kosh, ITK, Nachalniku, Armenia
Alle Gefangenen sind Zeugen Jehovahs und verbüßen
Strafen von einem bis 4,5 Jahren. Virabian verbüßt seine zweite
Strafe für die Kriegsdienstverweigerung. Usupov, ein etnischer Kurde,
wurde zwangsrekrutiert und während der Verhandlung wurden im Übersetzungshilfen
verweigert.
FINNLAND
Totalverweigerern droht eine Höchstgefängnisstrafe
von 197 Tagen. Seit November 1999 hat Amnesty International insgesamt 14
finnische Totalverweigerer als Häftlinge aus Gewissensgründen
adoptiert, da diese sich weigerten, einen übermäßig langen
Zivildienst (mehr als doppelt so lang wie der Wehrdienst - was als Strafe
angesehen wird) zu leisten. Die folgenden Totalverweigerer werden am 1.
Dezember im Gefängnis sein.
ISRAEL
Noam Kuzar war 28 Tage inhaftiert wegen seiner
Verweigerung, Anfang Oktober 2000 an Militäreinsätzen gegen Palästinenser
teilzunehmen. Andere Verweigerungen bestimmter Aktionen durch Soldaten
und Reservisten sind zuerwarten, falls sich der gegenwärtige Konflikt
ausweitet.
Vanunu ist Atomkraftgegner, verurteilt wegen Spionage
und Hochverrat - am 30.09.1986 gekidnappt. Verbüßt 18 Jahre;
weitere Informationen von: U.S. Campaign to Free Mordechai Vanunu, 2206
Fox Ave., Madison, WI 53711, USA.
MACEDONIEN
Im Jahre 2000 wurden mindestens drei Kriegsdienstverweigerer
zu Strafen von 2-3 Monaten verurteilt. Nach neuen vorgeschlagenen Vorschriften
wird ein Zivildienst anerkannt werden, aber er wird 14 Monate dauern -
fünf Monate länger als der Wehrdienst. Anträge auf Anerkennung
aus Gewissensgründen werden nur innerhalb von 15 Tagen nach Einberufung
akzeptiert.
RUMÄNIEN
Im Juni 2000 wurden in einer Reihe von Verhandlungen
29 Kriegsdienstverweigerer - alle Zeugen Jehovas - zu Gefängnisstrafen
zwischen 18 und 30 Monaten verurteilt. Alle Strafen wurden auf 3½
Jahre ausgesetzt.
SPANISCHER STAAT
José Ignacio Royo und Alberto Estefanía
wurden zu 2 Jahren und 4 Monaten wegen Desertion verurteilt, aber noch
nicht inhaftiert. Am 1. Dezember 2000 sitzen im Gefängnis (der jeweils
angegebene Grad bezieht sich auf die Haftform: 3. Grad bedeutet z. B.,
es muß im Gefängnis "nur" übernachtet werden):
Die letzten beiden, Josep und Alberto, wurde
im Anschluß an eine öffentliche Aktion verhaftet. Alle sitzen
in:
Prisión Militar de Alcalá, Ctra Alcalá-Meco,
km 5, 28805 Alcalá de Henares, Madrid, State of Spain.
TÜRKEI
Die letzte Phase der Verhandlung von Mustafa Seyhoglu,
Yasin Yildirim und Gökhan Birdal - die angeklagt sind, "die Leute
dem Militär zu entfremden" - wird am 5. Dezember in Istanbul beginnen.
TURKMENISTAN
Nuryagdy Gairov wurde am 19. Januar 2000 zu einem Jahr Haft verurteilt. Er verbüßt diese Strafe in dem
Straferziehungs-Arbeitslager in Tedzhen. Igor Nazarov,
auch Zeuge Jehovas, könnte immer noch seine zweijährige Strafe
im gleichen Camp verbüßen.
VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA
Adresse für beide:
Alexandria Co. Jail, 2001 Mill Rd., Alexandria, VA 22314 USA
Verurteilt wegen Behinderung im Anschluß an einen friedlichen Protest am Pentagon, August 2000
"Minuteman III Plowshares" - beide verurteilt wegen direkte Abrüstung eines Atomraketensilos in Weld County, Colorado am 6.8.1998. Sachio verbüßt den Rest seiner Strafe zu Hause.
"Plowshares vs. Depleted Uranium" - direkte Abrüstung von A-10 Antipanzer-Kriegsflugzeugen.
Wiederholtes Betreten der School of the Americas, Ft. Benning, 11.1999
Wegen Antikriegsprotesten am 5. Mai 1970 in St. Louis zu fünf (!) Jahren verurteilt; nach Aufdeckung seiner 2. Identität seit Februar 2000 im Gefängnis. Die unglaubliche Geschichte des Howard Mechanic.
Verurteilt wegen mehrerer Proteste, bei denen Blut verschüttet wurde, gegen die School of the Americas am Pentagonam 29.09.1997 und 20.10.1997 und in Ft. Benning am 25.02.1998.
Was beim Verschicken von Karten oder
Briefen zu beachten ist: