(Email von destek@anders-hamburg.de, 25.11.2002; Hintergründe
zur Geschichte von Mehmet Bal: Türkischer
Kriegsdienstverweigerer gefoltert (13.11.2002) und Türkei:
Kriegsdienstverweigerer Mehmet Bal im Hungerstreik (6.11.2002))
Am 25. 11. stand Mehmet wegen "wiederholter Befehlsverweigerung" vor dem Militaergericht von Adana. Wieder wurde er mit Handschellen und in Uniform vorgeführt. Auf Befehl des Obersts sei er mit Gewalt auf den Boden gepresst worden, um ihm Handschellen und Uniform aufzuzwingen.
Beim Eintritt in den Gerichtssaal wurden die Handschellen abgenommen und Mehmet zog -wie bei der ersten Sitzung- die Uniform aus. Er berichtete über die unwürdige Behandlung, die andauernde Fesselung und eine aufwiegelnde Rede des Oberst Durdu Solak.
Die Anwältin wies darauf hin, dass das gerichtsmedizinische Attest Verletzungen durch einen harten Gegenstand belegt, aber die Auswirkungen der Hand- und Fussfesselung verschweigt. Daraufhin entschied das Gericht, Mehmet erneut in der Gerichtsmedizin untersuchen zu lassen. Der Militärstaatsanwalt verhörte Mehmet eineinhalb Stunden zu den Folterungen, was als ein positives Zeichen zu werten ist.
Das Gericht verfügte, Mehmet aufgrund der bisherigen Haftzeit aus der Haft zu entlassen. Er ist nun in das Militärgefängnis Mamak in Ankara überführt worden. Dort wird gegen ihn wegen "Distanzierung des Volkes vom Militär" prozessiert. Es besteht die Hoffnung, dass die Behandlung dort erheblich besser wird, da in Mamak von 1996 bis 1999 mit dem KDVer Osman Murat Ülke ein Standard gesetzt wurde.
Nach Beobachtungen der Zuschauer nach, ist Mehmet in guter Verfassung und bester Laune. Er befindet sich weiter im Hungerstreik, der nun 30 Tage dauert und wiegt nach eigenen Angaben nur noch 39 Kilogramm.
Weitere Informationen wie auch einen Entwurf für ein Protestschreiben (in deutsch und türkisch) finden Sie unter http://www.Connection-eV.de/Tuerkei/Mehmet_Bal.html