Die letzte Meldung des Howard-Mechanic-Unterstützungskomitees:

Clinton Pardons Mechanic!   (1/19/01)
..the rest is history.
 


Howard Mechanic
- der letzte Gefangene des Vietnamkrieges

(Kalaschnikov vom 29.11.2000)


Während US-Präsident Clinton bei seinem  Besuch in Vietnam kürzlich zur Versöhnung aufrief, sitzt der letzte Vietnam-Kriegsgefangene seit Februar 2000 in einem US-Knast - bis 2005. Die unglaubliche Geschichte des Howard Mechanic.

1970 studierte der damals 22jährige Howard Mechanic aus Shaker Heights, Ohio, an der Washington University in St. Louis. Es war die Hochzeit der Anti-Vietnamkriegs-Proteste. Und der staatlichen Repressionen. Am  4. Mai 1970 schossen Nationalgardisten an der Kent State Universitiy 13 Kriegsgegner über den Haufen, vier der unbewaffneten Studenten starben. Am Tag nach diesem Massaker kam es im ganzen Land zu gewaltsamen Protesten. Auch auf dem Campus der Universität in St. Louis.

Howard Mechanic hatte sich seit 1968, dem Jahr, in dem Martin Luther King ermordet worden war, gegen den Krieg in Südostasien engagiert. Er war auch unter den Demonstranten der Washington University, als unter dem Eindruck der Morde an der Kent State University die Gewalt eskalierte. Mechanic wurde verhaftet, und ein Zeuge fand sich, der behauptete, der Medizinstudent aus Ohio habe einen Molotow-Cocktail auf Polizisten geworfen. Es kam zu einer Anklage, und Mechanic wurde aufgrund eines neuen Antidemonstrationsgesetzes von 1968 zu fünf Jahren in einem Bundesgefängnis verurteilt.

Nach Ausschöpfung des Rechtsweges floh der junge Mann, der beharrlich bestritten hatte, die im vorgeworfene Tat begangen zu haben. Er nahm eine neue Identität an und lebte seit 1972 als Gary Tredway in Scottsdale, Arizona. Er heiratete, bekam einen Sohn und wurde ein geachteter Geschäftsmann in der Stadt. Gary Tredway engagierte sich politisch für saubere Luft und für saubere Wahlen, und er spendete keinen geringen Teil seines Einkommens für soziale Zwecke. Schließlich entschloß er sich, für ein politisches Amt in seiner Gemeinde zu kandidieren. Das Risiko war ihm zwar bewußt, trotzdem enthüllte er einem Lokalreporter, der ein Routineportrait des Kandidaten schreiben wollte, seine Vergangenheit. Ergebnis: Am 10. Februar 2000 nahmen ihn einige Bundespolizisten in Phoenix fest. Mechanic wurde sofort ins Bundesgefängnis nach Florence, Arizona, transportiert, wo er nun nach fast 30 Jahren einsitzt, um seine fünfjährige Haftstrafe zu verbüßen.

Weitere Informationen des Howard-Mechanic-Komitees finden sich unter http://www.howardmechanic.org.