Aufruf zur Streik-Vollversammlung an der Uni-Trier
    am Montag, 24.11.1997, um 13.30 Uhr im AudiMax
     
        Es brodelt an den Universitäten in diesem Land.

        Nach Jahren der Unterfinanzierung und dem Aushungern der Hochschulen plant die Bundesregierung mit dem neuen Hochschulrahmengesetz die seit 1968 erreichten demokratischen Rechte und politischen Kompromisse mit einem Schlag aufzuheben. Tausende Studis gehen darum in Gießen, Marburg, Frankfurt, Bremen, Darmstadt, Köln und Berlin auf die Strasse, besetzen Hörsäle und entwickeln Alternativen für die Zukunft der Hochschule.

        Schon jetzt überfüllte Räume und Seminarplätze mit Wartelisten und Losverfahren. Als Konsequenz verhindern NC, Zulassungsbeschränkungen, Auswahlverfahren und Eingangstest den freien Zugang zur Bildung.Unter dem Diktat der angeblich leeren Kassen und dem Zwang zum Sparen werden Diskussionen ueber wirkliche Lösungen verhindert. Die Gestaltungskraft der Politik ordnet sich den angeblichen Sachzwängen der Wirtschaft unter.

        Die Konsequenz dieser herrschenden Logik: Unis demnächst als Aktiengesellschaften oder GmbHs? Mit Managementboard statt demokratischer Vefasstheit? Studiengebühren, Zwangsexmatrikulationen, BAfoeG-Kürzungen? Mittelzuweisung bald nur nach der Logik von Markt und Profit, gemessen am ,effizienten" Output? Ganze Fachbereiche werden zu Tode gespart?

        Nein, für uns ist das keine Zukunft!

        Das Recht auf Bildung steht zur Disposition zugunsten eines marktfähigen Produktes Hochschulabschluss. Studierende als zahlende und daher umworbene KundInnen einer Dienstleistung von Universitäten, die als Unternehmen ihre neuen Bildungsangebote Marke ,light" und ,kritikarm" präsentieren.

        Nein! Nicht mit uns!

        Kein Wort von gesellschaftlicher Verantwortung der Hochschulen zur Lösung drängender globaler sozialer und ökologischer Probleme. Kein Wort vom Menschenrecht auf Bildung. Kein Wort von krankmachenden Arbeits- und Lebensbedingungen.

        Wir sind uns unserer besonderen Stellung und unserer Freiräume innerhalb der Gesellschaft bewußt und wollen uns gerade deshalb nicht gegen andere gesellschaftliche Gruppen ausspielen lassen.Unser Protest richtet sich daher auch gegen Ellenbogenmentalität und gegen den gesamtgesellschaftlichen Sozialabbau.

        Deshalb sagen wir: Lucky Streik! Sonst nix!
         

        ASTA Uni Trier
        Universitätsring 12b
        D-54296 Trier

        Tel. (0651) 201-2116/2117
        Fax  (0651) 201-3902
         
        Internet: Asta der Uni-Trier
         

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