Pressemitteilung vom 12.11.97

    An die Presse

    Kne wtrn. Krzngen

    Dies ist der Text eines Transparentes, das heute auf der Demonstration in Wiesbaden getragen wurde. Gegen weitere Kuerzungen protestieren  mittlerweile seit einigen Tagen die Studierenden  der Universitaeten in Giessen und Marburg, vielfach unterstuetzt von Professoren und Mitarbeitern.

    Ausloeser war, dass den Universtaeten inzwischen sowenig Geld zur Verfuegung steht, dass in vielen Faellen ein sinnvolles Lehren und Lernen nicht mehr moeglich ist. Es fehlen vielerorts Stellen fuer bessere Betreuung in Seminaren aber auch die Bibliotheken sind haeufig nicht auf dem neusten Stand. Dazu gesellte sich rasch die Erkenntnis, dass auch in anderen Bereichen massiv gekuerzt wird:

    Das BAfoeG soll nach dem Willen der Bundesregierung und der Laender radikal  zusammengestrichen werden und an strenge "Leistungsnachweise" gebunden werden - mit der Folge, dass sich in Zukunft nur noch einen Blick ueber die engen Fachgrenzen hinaus erlauben kann, wer sein Studium von den
    Eltern finanzieren laesst.

    Studiengaenge sollen "abgespeckt" werden. Offenbar herrscht die Ansicht, man koenne auch in 8 Semestern alles das lernen, wofuer durchschnittliche Studenten heute mindestens 12 Semester brauchen (in den Studienordnungen vorgesehen sind immerhin noch 10). Fuer das Lernen der oft angemahnten Flexibilitaet bleibt dabei jedoch sicher kein Raum. Die Mitbestimmungsrechte der Studierenden aber auch der anderen Statusgruppen sollen beschnitten werden und statt dessen ein Praesident als "Koenig auf Zeit" ausgerufen werden.Ganze Studiengaenge, in Marburg z.B. Zahnmedizin und Sonderpaedagogiksollen gestrichen werden. "Profilbildung" kann jedoch nicht heissen,alles bis auf einen Rumpf zu stutzen und diesen dann als Profil zudeklarieren.

    Es bleibt zu hoffen, dass nach der Demonstration heute und nach weiteren Aktionen in den  naechsten Tagen (Genaueres ist unter der Nummer 06421/170316 AStA Marburg zu erfragen) auch in der Politik ein Umdenken einsetzt. Immerhin wird nach der hessischen Ministerin fuer Wissenschaft und Kunst auch der hessische Finanzminister den  streikenden Giessenern einen Besuch abstatten.

    AK Medien Uni-Marburg

    Tel. des Ak Medien: 06421/284673
     

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