Presseerklärung der Streikenden Studierenden der Uni-GH Paderborn
Deshalb wurden im Anschluss an die Vollversammlung Arbeitskreise gegründet,
die sich mit den verschiedenen Themengebieten beschäftigen. Es sollen
Sonderveranstaltungen zum Thema Bildung stattfinden. Am Donnerstag dem
27.11. wird um 16 Uhr am Audi-Max eine Demo gestartet, die ihren Abschluß
auf dem Rathausplatz findet. Auf der Demo ist ein Ansprechpartner über
Handy zu erreichen (0177/3230910). Verschiedene Redner werden dort auf
die Mißstände in der Bildung aufmerksam machen. Desweiteren
haben verschiedene Professoren zugesagt
Alternativeveranstaltungen zu halten. Vor der Bibo eröfnet ein
Streikcafe das die Studierenden weiter informieren soll. Heute tagt noch
das Streik- und Demokomitee die weitere Aktionen
vorbereiten.
Entwurf einer Resolution der Uni-GH Paderborn 26.11.97
"Hiermit beschliesst die Univollversammlung der Uni-GH Paderborn, die bestehenden Verhaeltnisse an den Universitaeten nicht mehr hinzunehmen! Wir erklaeren uns mit den streikenden Studierendenschaften solidarisch. Als Teil der bundesweiten Protestbewegung treten wir in unbefristeten Streik, um eine Veraenderung der bestehenden Verhaeltnisse zu erreichen.
Unsere Forderungen sind:
* Verbot aller Studien- und Pruefungsgebuehren im HRG:
In anderen Bundeslaendern werden unter verschiedenen Namen und Vorwaenden
Studiengebuehren eingefuehrt. 100 DM Rueckmeldegebuehr in Berlin, BaWue,
rund 1000DM ab 13. Semester bzw. Zweitstudium in Bayern, Sachsen, BaWue.
In mehren Bundeslaendern wird ueber die Einfuehrung genereller Semestergebuehren
(1000-1500DM) beraten. Sobald ein Bundesland unter finanziellem Druck solche
Gebuehren einfuehrt, werden die anderen Bundeslaender nachziehen, um nicht
zu einer "gebuehrenfreien Oase" zu werden. Einen solchen sozialen Numerus
Clausus muessen wir verhindern. Noetig ist ein bundesweites Verbot saemtlicher
Studiengebuehren, sonst wird das Studium fuer viele bald unbezahlbar.
* kein Studium nach betriebswirtschaftlichen Kriterien und keine Zwangsexmatrikulationen:
Es ist nicht der Sinn des Studiums, ausschliesslich auf dieanschliessende
Verwertung im Betrieb vorzubereiten. Eine angemessene, praxisorientierte
Ausbildung ist eine Sache, eine ausschliesslich betriebliche eine andere.
Im Studium muss Platz sein fuer wissenschaftliche Inhalte, die nicht unmittelbar
wirtschaftliche Interessen befriedigen. Die Uni muss auch zu kritischem
Denken und Forschen befaehigen, es muessen deshalb verstaerkt kritische
Lehr- und
Wissenschaftsinhalte beruecksicht werden.
* soziale Grundsicherung fuer alle:
es muss im ureigensten Interesse des Staates liegen, in seine eigene
Zukunft zu investieren. Die Studierenden sind es leid, als Ballast und
Belastung empfunden und behandelt zu werden. In unserer Ausbildung liegt
die Zukunft. Der Staat ist verpflichtet, die Hochschulbildung ausreichend
zu finanzieren. Auf der einen Seite schnellere Abschluesse zu fordern und
auf der anderen Studierende in Nebenjobs zu zwingen, indem das Bafoeg immer
mehr gekuerzt wird, ist verlogen. Eine angemessene finanzielle Unterstuetzung
im Studium ist unerlaesslich.
* konsequente Frauenfoerderung in allen Bereichen
Der bisheriger Frauenfoerderplan der Universitaeten ist offensichtlich
unzureichend. In fast allen Fachbereichen sind Frauen dermassen unterrepraesentiert,
dass einschneidende Massnahmen unerlaesslich sind.
* freier Zugang zur Hochschule fuer alle
keinen sozialen Numerus Clausus (Studiengebuehren), Beruecksichtigung
beruflicher Qualifikation, das Abitur ist nicht das Wichtigste
* Mehr Geld fuer Bildung:
Investition in die Zukunft, statt zweifelhafter Projekte, Misswirtschaft
und Geldverschwendung. Es ist fragwuerdig, ob es in Zeiten strapazierter
oeffentlicher Kassen sinnvoll und moeglich ist, fuer solche Projekte Geld
zum Fenster herauszuwerfen.
* behindertengerechtere Uni
Wir fordern behindertengerechten Nahverkehr zur Uni und barrierefreie
Gestaltung von Veranstaltungen und Kulturangeboten.
* angemessene Ausstattung der Bibliotheken
Endlich wieder aktuelle Fachliteratur und Periodika, abbestellte Fachzeitschriften
wieder abonnieren!
* elterngerechtes Studium und mehr Kita-Plaetze
Auch wer kleine Kinder hat, muss angemessen studieren koenen.
* politisches Mandat fuer Studierenden- und SchuelerInnenvertretungen
bundesweit
Die allgemeinen Einrichtungen der Bildung - Schule und Hochschule -
stehen nicht ausserhalb der Gesellschaft. Gerade sie wirken durch die Art
der Wissensvermittlung und die Paradigmen, unter denen Loesungen gesucht
werden. Das bedeutet, dass sie politisch wirken. StudentInnen
und SchuelerInnen muessen daher auch zu gesellschaftlichen Fragen Stellung
nehmen. Auch in Sued- und Ostdeutschland muessen Verfasste Studierendenschaften
eingefuehrt werden."
Mit freundlichen Grüßen
Pressekomitee der Uni-GH Paderborn
Warburgerstr.100
33098 Paderborn
Tel: 05251603896
E-mail: rfsr02@hrz.uni-paderborn.de