Resolution der Vollversammlung vom 17.11.
Auch wenn die Zustände an der TUD noch nicht so grotesk sind wie z.B. in Gießen, ist uns klar, daß wir alle in einem Boot sitzen: Wären die Studierendenzahlen nicht in gleichem Masse wie die verfügbaren Mittel zurückgegangen, sähe es hier ebenso aus. Spätestens die vom hessischen Finanzminister Starzacher veranlassten weiteren drastischen Einschnitte werden ein vernünftiges Studium unmöglich machen und ganze Studiengänge in ihrer Existenz bedrohen. Wir erklären uns daher mit den streikenden Studierenden in Gießen, Marburg, Frankfurt, an der FH Darmstadt und anderswo solidarisch.
Wir fordern eine bedarfsgerechte Ausstattung der Hochschulen mit Sach-
und Personalmitteln, d.h. mindestens die sofortige Wiedereinführung
der Unterfinanzierung auf dem bisherigen Niveau. Es kann nicht angehen,
dass ein reiches Land wie die BRD mit ihren Ausgaben für Bildung als
Schlusslicht unter den Industrieländern rangiert und gleichzeitig
Milliarden in Transrapid, Eurofighter und Umzug nach Berlin investiert.
Wir fordern ein BAföG, das den Namen Ausbildungsförderung
verdient und nicht zur Restgrösse verkommt. Reformmodelle, die eine
weitere Reduktion des BAföG-Volumens vorsehen, sind angesichts der
jetzigen Situation und des allgemeinen Sozialabbaus ein Hohn. Wir wehren
uns gegen die Einführung von Studiengebühren - auch unter klangvollen
Namen wie Einschreibe-, Verwaltungs- und Examensgebühren - da diese
einen sozialen Numerus Clausus bedeuten und Hochschulbildung zur Ware machen
wird. Wir fordern eine Stärkung von Studierenden und Mitarbeiterinnen
in den Hochschulgremien: die absolute Mehrheit der
Professorinnen muss abgeschafft werden.
Wir wenden uns gegen die Aushöhlung unserer Mitebstimmungsrechte durch eine Entmachtung der Gremien zugunsten scheinbar starker Herrscher und Hochschulmanagern. Wir fordern eine sinnvolle Reform von Hochschule und Studium, die geeignet ist, der ganzen Gesellschaft und nicht nur privilegierten Gruppen zu nützen. Eine solche Reform kann nur unter gleichberechtigter Beteiligung aller Hochschulmitglieder stattfinden.
Wir lehnen die Schliessung von Studiengängen und Fachbereichen ab und fordern die Streichung des Artikels 2 des aktuellen HHG-Entwurfs.